Die Heideweg-Schule in Appen-Etz nahm am 1.12.1973 als eine der ersten Schulen für Geistigbehinderte in Schleswig-Holstein ihren Unterrichtsbetrieb auf. Seit Oktober 2002 werden in Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe Pinneberg zusätzlich zum Unterrichtsangebot feste Ganztagsangebote im Nachmittagsbereich organisiert und durchgeführt. Seit dem 6. Juni 2005 ist die Heideweg-Schule eine offiziell genehmigte Offene Ganztagsschule!

Schulbeginn ist um 8.00 Uhr (bzw. 9.00 Uhr) und Schulschluss ist nach einem gemeinsamen Mittagessen um 12.45 bzw. 13.30. Für eine begrenzte Anzahl von Schülern besteht ein von pädagogischen Kräften der Schule geplantes und durchgeführtes, zusätzliches Nachmittagsangebot von Dienstag bis Donnerstag in der Zeit von 13.30 Uhr bis 15.30 Uhr. Am Freitag ist der Schultag um eine Stunde kürzer. An diesem Tag wird auch kein Mittagessen ausgegeben. Die Schüler werden mit vier schuleigenen Bussen von zu Hause abgeholt und nachmittags nach Schulschluss wieder zurück gefahren. Während der gesamten Unterrichtszeit stehen die Busse den Klassen für Unterrichtsfahrten zur Verfügung. Auf Grund der gestiegenen Schülerzahlen ergänzen Busse des ASB und Taxis den Fuhrpark.

Das Gebäude der Heideweg-Schule besteht aus elf Klassenräumen und seit der Fertigstellung eines modernen Anbaus im Herbst 2007 zusätzlich aus zwei weiteren Unterrichtsräumen und zwei Räumen für das Ganztagsangebot. Dazu gibt es eine Vielzahl von Einzelförderungs- und Fachräumen (Werkraum, Turnhalle, Therapiebad, Lehrküche, Wohnraum, Snoezelenraum, PC-Raum) und einen Verwaltungstrakt.

Außerdem verfügt die Heideweg-Schule über einen großzügigen, naturnahen Pausenhof, der im Herbst 2007 mit Hilfe des Landes, des Kreises, vieler Sponsoren und unter Mitarbeit vieler Eltern, Kolleginnen und Kollegen völlig neu gestaltet wurde.

In der Heideweg-Schule sind z.Zt. insgesamt 53 vielfältig qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt: neben dem pädagogischen Personal runden drei Busfahrer, eine Sekretärin, ein Hausmeister, eine Hauswirtschafterin, Integrationshelferinnen und Integrationshelfer und Zivildienstleistende das Team ab.

Die Schülerinnen und Schüler der Heideweg-Schule werden in 12 Klassen mit einer jeweiligen Klassenstärke von 6 - 12 Schülern unterrichtet. Die Schulbesuchsdauer beträgt mindestens neun und höchstens zwölf Jahre. Die Schüler durchlaufen in dieser Zeit alle Schulstufen, die jeweils drei Jahre dauern: die Unterstufe, die Mittelstufe, die Oberstufe und die Werkstufe mit dem Schwerpunkt der Vorbereitung auf das Berufs- und Erwachsenenleben. Die Versetzungen erfolgen von Schulstufe zu Schulstufe und sind nicht gebunden an bestimmte Leistungen.

Darüber hinaus gibt es zusätzlich an der Heideweg-Schule eine Förderklasse, in der die schwermehrfachbehinderten Schülerinnen und Schüler, die verschiedenen Klassen zugehörig sind, spezielle, individuelle Förderangebote erhalten.

Die Heideweg-Schule ist eine allgemeinbildende Schule mit einem eigenen Lehrplan, dessen zentrale pädagogische Zielsetzung "leben lernen" heißt. Die Schülerinnen und Schüler werden ganzheitlich und fächerübergreifend mit einer sinnvollen Integration der Kulturtechniken unterrichtet.

Außerdem wird ein Kurssystem für das Lesen lernen und für den Umgang mit Mengen, Zahlen und Größen angeboten, das inhaltlich in den ganzheitlichen Unterricht  der jeweiligen Klassen eingebunden ist.

Konzeptionell, personell und räumlich hat sich die Heideweg-Schule besonders auch auf die Förderung schwermehrfachbehinderter und autistischer Schülerinnen und Schüler eingestellt:

Die Heideweg-Schule steht in guter und ständiger Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen: u.a. der Sehgeschädigten- und der Hörgeschädigten-Schule in Schleswig, dem Autismusinstitut in Hamburg, dem Kinderzentrum Pelzerhaken, Logopäden, Krankengymnasten, dem Epilepsiezentrum, Ärzten, Jugendamt, Orthopädiemechanikern.

Das Ganztagsangebot innerhalb der Offenen Ganztagsschule ist ein Freizeit- und Förderangebot mit Schwerpunkten im sportlichen, musischen und spielerischen Bereich. Die Betreuung findet in zwei Gruppen an jeweils zwei Tagen in der Woche von Montag bis Donnerstag von 12.30 Uhr - 15.30 Uhr statt. In dem seit Herbst 2007 fertig gestellten Anbau der Heideweg-Schule stehen für dieses Angebot nun auch entsprechende Räumlichkeiten zur Verfügung.  

Die didaktische Grundkonzeption an der Heideweg-Schule

Das vorliegende Konzept wurde von einer Arbeitsgruppe verfasst, an zwei Schulentwicklungstagen im Kollegium diskutiert und angenommen.
 

LEBEN  LERNEN

Ganzheitlicher Unterricht:  die didaktische Grundkonzeption an der Heideweg-Schule                 
                                            auf der Grundlage des Lehrplanes des Landes Schleswig-H.
                                            Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung


Autoren
: Ragna Falke, Christiane Mondry, Mathea Quermann, Nicola Klein, Stefanie Albers, Constanze Lippert, Cathrin Westphal, Volker Schwarz, Günter Jänke

 

Der Lehrplan „Sonderpädagogische Förderung“ formuliert für die Schülerinnen und Schüler mit besonderen Förderbedürfnissen im Bereich ihrer geistigen Entwicklung folgende übergeordnete Zielsetzung: Vermittlung von Handlungskompetenz zur aktiven und sinnerfüllten Lebensbewältigung in sozialer Integration und für ein Leben in größtmöglicher Selbstständigkeit und Selbstbestimmung  (früher: „Selbstverwirklichung in sozialer Integration“ oder schlicht „Leben lernen“).
Konkret bedeutet das: der Lehrplan bezieht seine Anlässe zum Lernen nicht aus den Inhalten bestimmter Fächer, sondern aus den gegenwärtig bzw. zukünftig zu bewältigenden Lebenssituationen der Schülerinnen und Schüler. Konsequenterweise lautet daher der hinter diesem Lehrplanansatz stehende Bildungsbegriff: Bildung ist Ausstattung der Schülerinnen und Schüler mit Kompetenzen zur Bewältigung von Lebenssituationen.

Diese Zielsetzung lässt sich bei geistig behinderten Schülerinnen und Schülern in ihrer spezifischen Lern- und Lebenssituation nur durch einen Unterricht realisieren

-          der ganzheitlich, entwicklungs- und handlungsorientiert ist

-          sowohl individuell als auch sozial ausgerichtet ist

-          seinen Ausgangspunkt in lebensbedeutsamen Sinn- und Sachzusammenhängen der unmittelbaren Lebens- und Alltagswirklichkeit hat

-          und  bei der Aufbereitung der Lerninhalte  die Fachwissenschaften berücksichtigt(s. auch Lehrplan S. 106-108)

Der Unterricht, der diese Prinzipien umzusetzen versucht, ist der „Ganzheitliche Unterricht“.
Die in ihm gewonnenen und weiterentwickelten Fähigkeiten und Fertigkeiten führen langfristig zu einem immer größeren Maß an Kompetenz und Autonomie in allen Lebenssituationen.

 

Die Prinzipien des Ganzheitlichen Unterrichts im Einzelnen:

 GANZHEITLICHKEIT

Lernen in sinnvollen, situationsbezogenen Ganzheiten, in denen mit der Ganzheit der Person (Gesamtpersönlichkeit) gehandelt werden muss und nicht in Fächern, die nach fachwissenschaftlichen Aspekten gegliedert sind und die Lebenswirklichkeit  zerstückeln und auflösen.

 ENTWICKLUNGSORIENTIERTHEIT

Orientierung des Unterrichtsangebotes am jeweiligen Entwicklungsstand der Schülerinnen und Schüler und nicht am Lebensalter oder der Klassenstufe.

HANDLUNGSORIENTIERTHEIT

Entwicklung von Handlungskompetenzen, d.h. selbstbestimmte Handlungsplanung, Handlungsdurchführung und Handlungsreflexion (>Denkerziehung), als Zielperspektive für jedes Lernangebot

INDIVIDUALISIERUNG

Beachtung individueller Wünsche, Bedürfnisse und Handlungsmöglichkeiten bei der unterrichtlichen Planung und Umsetzung

SOZIALES LERNEN

Gemeinsames Lernen und Handeln an einem gemeinsamen GU-Thema in und an der Lebensrealität der Schülerinnen und Schüler

ORIENTIERUNG AN DEN FACHWISSENSCHAFTEN

Berücksichtigung elementarer lern- und entwicklungspsychologischer Erkenntnisse und Strukturieren aller Lerngegenstände nach fachdidaktischen Gesichtspunkten  

 

Beispiele                                                        Beispiele
für Ganzheitlichen Unterricht                           für Fachunterricht
in denen die Prinzipien umsetzbar sind:          in denen die Prinzipien nicht umsetzbar sind:         

 „Wir schicken einen Brief an einen kranken               „Die Post als Dienstleistungsbetrieb“ oder „Der          
Mitschüler“                                                       Weg eines Briefes von A nach B“                           

„Wir fahren mit der Bahn nach Warendorf“       „Öffentliche Verkehrsbetriebe“

„Wir machen einen Fahrradausflug in den        „Verkehrserziehung: z.B. die Vorfahrtsregelung“
Klövensteen“

„Wir gehen ins Weihnachtsmärchen“                „Märchen als Textsorte“

„Wir backen Brot zum Erntedankfest“               „Vom Korn zum Brot“

„Wir basteln einen Jahreskalender“                 „Die vier Jahreszeiten“

 

PLANUNGSBEISPIEL  für ein ganzheitliches Unterrichtsthema

Der Planungsverlauf geht über vier Planungsebenen vom Allgemeinen zum Konkreten

1. Planungsebene 

Bestimmung und Formulierung des GU-Themas

 

                                             

„Wir feiern Geburtstag“

 

 

                                               

Überprüfen
(Lassen sich die Prinzipien bei diesem Thema realisieren?)

 

2. Planungsebene

Bestimmung und Formulierung der Teilthemen

 

                                       

-          Wir schmücken den Festraum

-          Wir bereiten Essen und Trinken vor

-          Wir spielen

-          Wir singen

-          Wir laden ein

-          Wir schenken

Überprüfen

           

 

3. Planungsebene

Bestimmung und Formulierung der Unterthemen (Handlungssituationen). Hier zum Teilthema „Wir schmücken“

-          Wir falten Girlanden

-          Wir decken den Tisch

-          Wir falten Servietten

-          Wir gestalten eine Tischdecke

-          Wir gestalten eine Geburtstagskerze

-          Wir stellen Blumenschmuck her

Überprüfen

 

4. Planungsebene

Unterrichtsplanung der Unterthemen
Bei der Unterrichtsplanung der Unterthemen werden unterschiedliche Lehr- und Lernformen berücksichtigt. Die Gewichtung dieser Lehr- und Lernformen richtet sich nach Alter und Entwicklung der Schüler.
Unterricht im GU realisiert sich in drei Lehr- Lernformen:

-          Als Vorhaben             

-          Als Unterrichtseinheit 

-          Als Lehrgang              

Vorhaben ist gekennzeichnet durch hohe  Mitbeteiligung der Schülerinnen und Schüler bei der Bedürfnisermittlung, Zielbestimmung, Planung und Durchführung  des Unterrichts

Einheit, hier finden im Unterschied zum Vorhaben Bedürfnisermittlung, Zielfindung und Planung im wesentlichen  o h n e  die Beteiligung der Schülerinnen und Schüler statt. Der Verlauf der Einheit wird durch die Planung der Lehrkraft bestimmt.

Lehrgang ist fachgebundener Unterricht. In ihm werden Kompetenzen aufgebaut, die zur Erreichung der Handlungsziele des GU`s benötigt werden. Da die Inhalte der Lehrgänge dadurch einen direkten Bezug zum gegenwärtigen Vorhaben, zur Einheit aufweisen, ist die Sinnhaftigkeit für die Schülerinnen und Schüler gewährleistet ( Leselehrgang, Schneidelehrgang, Umgang mit Geld,…).

 

 

 Beispiele für die Einbindung von Lehrgängen in den Ganzheitlichen Unterricht

Laut Lehrplan ist die Vermittlung der Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Umgang mit Mengen, Zahlen und Größen (UMZG) Bestandteil des Ganzheitlichen Unterrichts (s. Lehrplan S. 111). Für die Vermittlung dieser Kulturtechniken sind Lehrgänge unabdingbar!

Zum Unterthema „Wir decken den Tisch“ folgen Beispiele für Möglichkeiten der Einbindung der Lehrgänge

-          Lesen (nach dem erweiterten Lesebegriff)

-          Umgang mit Mengen, Zahlen und Größen (UMZG)

-          Falten

 Lehrgang:  Lesen

Ein nach dem erweiterten Lesebegriff gestufter Leselehrgang kann auf jeder Stufe den individuellen Lernvoraussetzungen angepasst werden. Entsprechend haben die Lernergebnisse der einzelnen Stufen bereits Gebrauchswert für die jeweiligen Schülerinnen und Schüler und werden nicht erst bedeutungsvoll, wenn das Ziel der letzten Lernstufe „Lesen der Buchstabenschrift“ erreicht ist !

Situationslesen (Handlungsebene)

Vor- und Nachmachen: Lehrer deckt seinen Tisch – Schüler vollziehen die jeweiligen Handlungsschritte (jeder für sich) nach > Ergreifen von (zerbrechlichen) Gegenständen
                                                            > Hinstellen von (zerbrechlichen) Gegenständen
                                                            > (vorsichtiges) Befördern von (zerbrechlichen)     
                                                               Gegenständen über längere Entfernung

Bilderlesen (Bildebene)

Mit dem Schwerpunkt in der:

-          Grundqualifikation „Gliedern nach Merkmalen“ 
> Abbildungen von verschiedenen Gegenständen sortieren: alle Trinkbecher ; alle Suppenteller; alle Messer usw.                                                                                      

-          Grundqualifikation „Zusammenfügen
> Alle auf einem Set abgebildeten Gegenstände zusammen suchen  und auf dem Set  „nachdecken“                                                                                                                

-          Grundqualifikation „Abstrahieren von Unwesentlichem
> Wegstreichen von Dingen, die nicht zum Tischdecken gebraucht werden                     

-          Grundqualifikation „Generalisieren
> Unterschiedliches Geschirr, unterschiedliches Besteck, unterschiedliche Becher,… (auf Bildebene); aus den Teilen soll ein gedeckter Tisch zusammen gestellt werden             

-          Grundqualifikation „Zuordnen unterschiedlicher Zeichenklassen
> Bilder mit unterschiedlichem Abstraktionsgrad von einem gedeckten Tisch (Fotos, Zeichnungen, Piktogramme); nach den Vorlagen soll der Tisch gedeckt werden              

 

-          Grundqualifikation „Vorwegnehmen
> Welches Geschirr, welches Besteck braucht man für ein Mittagessen mit Suppe, für das Kaffeetrinken,…                                                                                                             

Bildzeichenlesen

Tischdecken mit Hilfe von Piktogrammen für die einzelnen Gegenstände (Becher, Besteck, Serviette, usw.)
(s. Beispiel:
Lesen 7)

Signalwortlesen (Sprachebene)

Für ein Angebot auf dieser Lesestufe ist das Thema „Tischdecken“ wenig geeignet! Anknüpfungspunkte ergeben sich eher bei dem Erstellen einer Einkaufsliste bzw. Einkaufen für das Frühstück oder das Mittagessen: z.B. mit den Signalwörtern „NUTELLA“ oder „RAMA“…

 Ganzwortlesen

Zuordnen von Sets, Tischkarten oder namentlich gekennzeichneten Geschirrs zu den einzelnen Schülern anhand der Schülernamen

Schriftlesen

Schriftliche Anleitungen zum Tischdecken                                                                                    

 

 Lehrgang:  Umgang mit Mengen Zahlen und Größen (UMZG)

Pränumerischer Bereich
In diesem Bereich lernen die Schülerinnen und Schüler ihre Umwelt durch äußere und innere Ordnung zu strukturieren. Ausgangspunkt ist eine aktive Auseinandersetzung mit Gegenständen und ihren Eigenschaften (Merkmalen), der Vergleich untereinander (gleich – verschieden), die Entwicklung der Gruppen- und Reihenbildungsfähigkeit.
(siehe Bayerischer Lehrplan S. 175 – 177)

Merkmale von Gegenständen

-          Form

-          Größe   

-          Farbe

Vergleich

-          Objektvergleich (gleiches Geschirr, …)

-          Qualitativer Vergleich von Mengen (Besteckfach mit Teelöffeln – Besteckfach mit Esslöffeln, …)

-          Quantitativer Vergleich von Mengen (mehr – weniger, …)

-          Erfahrung mit der Gleichheit von Mengen (1 : 1 Zuordnung > gleich – ungleich)             

-          Invarianz (Erkennen, dass sich die Mächtigkeit einer Menge durch die Umordnung der Elemente nicht ändert)

  Gruppenbildung

-          Strukturierung von Mengen nach Gegenstandsgruppen (alles, was zum Tischdecken gehört, …)                   Gruppenbildung nach einem Merkmal (alle Suppenteller; alle Frühstücksteller, …)

-          Gruppenbildung nach mehreren Merkmalen (alle Suppenteller mit übereinstimmenden Muster, …)

 Reihenbildung

-          Reihenbildung mit gleichartigen Gliedern (Trinkbecher in eine Reihe aufstellen, …; Begriffe: zuerst, dann kommt, zuletzt kommt, in der Mitte, …)

-          Merkmalsreihen (z.B.: nach Größe ordnen,…)

-          Rhythmische Reihen (abwechselnd Teller-Serviette decken, …)                                                                                         

     Bereich Menge und Zahlen

Einführung der Zahlen, unter Berücksichtigung der Bedeutung der Zahl als Bezeichnung der Mächtigkeit einer Menge bzw. als Ordnungszahl.
(siehe Bayerischer Lehrplan S. 178 - 179)

Mächtigkeit von Mengen

-          Anzahlbestimmung durch Simultanerfassung

-          Anzahlbestimmung durch Abzählen                                                                                 

Ordnungszahlen

-          Zahlen als Ordnungsprinzip

-          Schreibweise von Ordnungszahlen

Zahlreihen

-          Zahlreihe

-          Nachbarzahlen

-          Zahlenfolgen schreiben

 Lehrgang: Falten

Nicht nur bei der Arbeit mit Papier ist Falten eine unumgängliche Technik, auch im Alltag wird sie immer wieder gefordert: gefaltet wird ein Brief, die Zeitung, die Wäsche (Handtücher, Taschentücher) oder das Papier bei dem Einpacken eines Geschenkes, eines Paketes.
Wichtige Begriffe lassen sich anwenden bzw. vertiefen: Ecke, Kante, Vorderseite, Rückseite, Quadrat, Dreieck, oben, unten, rechts, links, halb, die Hälfte usw.
Bestimmte Fähigkeiten sind Vorrausetzung zur Bewältigung des Faltvorgangs (bzw. werden geübt):

-          Optische Wahrnehmung, Beobachten

-          Einfaches Aufgabenverständnis

-          Greifen mit zwei Fingern, Halten

-          Koordination Hand/Hand, Auge/Hand

 Ein strukturierter Faltlehrgang mit ansteigendem Schwierigkeitsgrad kann folgenden Aufbau haben:

      Faltaufgabe: Buch   (s. Beispiel: Falten1)

-          Faltaufgabe: Kopftuch   (s. Beispiel: Falten 2)

      Faltaufgabe: Schrank   (s. Beispiel: Falten3)

-          Faltaufgabe: Taschentuch   (s. Beispiel: Falten 4)

      Faltaufgabe: Brief   (s. Beispiel: Falten 5)

-          Faltaufgabe: Fächer   (s. Beispiel: Falten 6)

 

    Literaturliste

Lehrplan, Sonderpädagogische Förderung;
Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein; 2002

Lehrplan für den Förderschwerpunkt geistige Entwicklung;
Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus; 2003

Heinz Mühl;
Handlungsbezogener Unterricht mit Geistigbehinderten,
Verlag Dürrsche Buchhandlung; 1983

Kutzer;
Mathematik entdecken und verstehen; Bd. 1
Verlag Diesterweg; 1983

Lernen konkret;
Kursheft: Lesen lernen
Dürr; 1984

Leitfaden zur Planung von Unterricht;
Handreichung für die Sonderpädagogik-Ausbildung;
IQSH

Hendrik Reimers;
Skript Modul A1; Module der FR G
IQSH; 2007